Astana hinter Gittern

So sieht also das Disneyland aus, wenn man die Unterhaltung wegnimmt.

Astana ist eine unglaubliche Stadt: in etwa 20 Jahren aus der Steppe gestampft, mit gigantischen Gebäuden von teilweise unglaublicher Geschmackslosigkeit. Es gibt wenig gemütliche Orte in der Stadt; Menschen trifft man kaum auf der Strasse, dafür ist der Autoverkehr, der teilweise auf drei Spuren durch die Stadt rast, gewaltig. Hierhin geht man, weil man muss. Natürlich, es hat ein paar gewaltige Parks und Flanieren kann man rund um den Baitarek-Turm auch. Die grössten Attraktionen sind neben dem Nationalen Museum, wo sich der seit der Abtrennung von der Sowjetunion regierende Präsident Nursultan Nasarbajev selbst feiert, Einkaufszentren mit allerhand Modeketten, die es auch sonst überall auf der Welt gibt. Öffentlichen Verkehr gibt es nur mit Linienbussen, weil der hohe Grundwasserpegel den Bau einer Metro nicht zulässt.

Die Bilder entstanden letztes Wochenende. Mich hat es nach Astana verschlagen, weil der beste Fussballclub der Welt in der Europa League dort antreten musste. Rund um den Baitarek-Turm sind derzeit im Rahmen des „Artfests“ einige Skulpturen und Installationen zeitgenössischer Künstler aus Kasachstan und Russland ausgestellt. Alles harmlose Objekte, die niemandem wehtun, schon gar nicht dem regierenden System. Für 500 Tenge (etwa 1.50 SFr) kann man übrigens mit dem Lift in die Kugel des Turms fahren. Dort steht eine goldene Platte mit dem Handabdruck Nasarbajevs. Seine Hand dort reinzulegen, bringe Glück, heisst es…

Gefallen hat mir aber die Installation „Meditation“ des russischen Architekten Totan Kuzembaev, ein Gebilde aus Drahtgittern, welches sehr schön mit den umliegenden modernen Prunkbauten interagiert.

Die Bilder enstanden im Mittelformat (6×9) mit der Fuji GW690, einer „Texas-Leica“ auf Ilford Delta 100, entwickelt in Rodinal 1:50 (14′). Die Negative wurden quick & dirty mit dem Epson V800 gescannt.

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Sihlwald

Jetzt aber ein richtiger Urwald!

Als solcher gilt nämlich der Zürcher Sihlwald. Ein wunderschönes Stück Natur, erreichbar in kurzer Fahrt von Downtown Switzerland. Ich wollte dort schon lange mal hin. Die Mamiya 67 musste mit, keine Frage. Beim Teich handelt es sich übrigens um den Thalwiler Waldweiher, wenn ich das richtig gesehen habe.

Kamera: Mamiya 67 RZ, Sekor 110mm f2.8 und 180mm f4, Film: Kodak T-Max 100 und Ilford Delta 100.

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Könizbergwald

Seit einigen Jahren darf der Wald zwischen Bümpliz und Köniz auch wieder ein bisschen Urwald sein.

Alle Bilder sind mit der Mamyia RZ67 (ab Stativ)  auf Fomapan 100 und Kodak T-Max 100 entstanden, entwickelt in Rodinal 1:50

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Zero Image 45

Keep it simple – keep it lensless!

Dies sind einige Aufnahmen, die mit der Zero Image 45-Lochkamera entstanden. Als Film für diese ersten Experimente diente Rollei Pan 25, entwickelt wurde er mit dem, was gerade im Haus war (Adonal 1:50).

Ich bin ziemlich begeistert, sowohl von der Verarbeitung wie auch von der Qualität, welche dieses Holzkistchen liefert; dank dem geringen Gewicht genügt ein leichtes Reisestativ, welches zusammen mit der Kamera und den Filmkassetten in einer Umhängetasche oder einem kleinen Rucksack problemlos Platz findet. Zu beziehen sind die Geräte (ebenfalls für das Kleinbild- und Mittelformat) bei ars-imago.

Etwas schrauben muss ich noch bei den Belichtungs- und Entwicklungszeiten – die Negative von der Sense waren doch allesamt etwas überbelichtet und mussten nach dem Einscannen in Lightroom noch ziemlich bearbeitet werden.

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Bilder 1-3: an der Sense bei Thörishaus / Bild 4: Bern, Mattequartier

Für eine Handvoll Fische

Wie viel Fisch fangen 40 Fischer in Südindien in einer Stunde?

Kerala, Südindien, 18. Dezember 2015. Antwort auf die Frage weiter unten.

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Fischen geht hier so: das Boot bringt das grosse Netz im Meer aus und fährt anschliessend mit den Zugseilen an zwei Standorte am Strand zurück. In ca. 100 Metern Entfernung ziehen zwei Gruppen Männer – vorwiegend ältere – das Netz anschliessend in mühseliger Arbeit Zentimeter um Zentimeter aus dem Wasser.

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Die Rikschazieher von Kolkata

Kalkuttas schwerarbeitende Helden des Transportwesens dürften eigentlich gar nicht mehr da sein.

Sie fahren Menschen, manchmal Güter, was es halt gerade zu befördern gibt. Das alles einzig mit der Kraft ihrer Beine. Sie kriegen dafür einen schäbigen Lohn und schlafen auf der Strasse. Näheres zu ihremBerufsstand erfährt man in diesem schon etwas älteren, aber nichtsdestotrotz sehr lesenswerten Artikel. Hier nun einige Bilder, die diese Woche in den Strassen der 14-Millionen-Stadt entstanden sind.

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Lindisfarne / Holy Island

Novemberspaziergang vom kleinen Weiler Beal nach Lindisfarne.

Wer zu dieser Jahreszeit einen Ausflug auf die Insel Lindisfarne an der Küste Northumberlands machen will, muss dies zu Fuss unternehmen, denn Busse verkehren in der Nebensaison keine mehr. Da die Strasse vom Festland nur während Ebbe befahren oder begangen werden kann, ist vorgängig der Tide-Kalender zu konsultieren. Es war zwar Anfangs November noch warm, aber schon sehr neblig. Das verlieh der doch eher kargen Szenerie auf dem kilometerlangen Spaziergang eine beinahe schon monochrome Anmutung. Für den Rückweg gönnte ich mir dann aber doch ein Taxi…

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